Was geht andere mein Virenschutz an?

Wenn ich einen Virus einfange, lösche ich meine Festplatte halt, na und?

Für die einen ist ihr PC ein Heiligtum mit einer Fülle von Daten, die sie auf jede nur erdenkliche Weise vor Verlust sichern, für andere weniger wichtig: Geht mal gar nichts mehr, kann man das Betriebssystem und die wenigen Programme neu installieren, und dass die Daten – einige Briefe und E-Mails – nicht mehr da sind, ist zwar unerfreulich, aber so schlimm nun auch wieder nicht. Somit ist der Aufwand, den ich für Virenschutz betreibe, doch meine Sache, oder?

Straßenverkehr und Datenverkehr

Leider ist es wie im Straßenverkehr: Raser und andere Rücksichtslose gefährden keineswegs nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. Computerviren breiten sich – wie "echte" Viren – in der Regel epidemieartig aus, was durch die Vernetzung per World Wide Web, E-Mails und andere Verbindungen wahrlich kein Kunststück mehr ist.

Was können Viren auf meinem PC anrichten?

Viren können Daten löschen, bis hin zur völligen Funktionsunfähigkeit des PCs. Das sind die harmloseren Übel. Gefährlicher sind Viren, welche Inhalte von PCs ausspähen oder sie sogar fernsteuern, bis hin zur Einbindung in Netze nichts ahnender PC-Anwender zur Verbreitung von Spam.

Was können Viren auf meinem PC bei anderen anrichten?

Zunächst: Welche speziellen bösartigen Aufgaben Viren auch immer haben, eine Aufgabe haben sie fast alle gemeinsam – sich zu verbreiten. Die meisten heutigen Viren sind so programmiert, dass sie Wege nach außen suchen und auf andere PCs übertragen werden.

Weil E-Mails eine beliebte "Fortpflanzungsart" für Viren sind, werden auch Adressverzeichnisse ausgespäht. Die Folge ist, dass Ihre Freunde E-Mails "von Ihnen" erhalten, die und deren Anhänge sie besonders arglos öffnen. Im Gegensatz zu Mails unbekannter Absender sind Sie ja bekannt und vertrauenswürdig.

Ungewollt mitschuldig

Wer seinen PC also nicht bestmöglich gegen Viren schützt, wird so zwar nicht vorsätzlich, wohl aber fahrlässig mitschuldig an der Virenverbreitung.

Was tun?

Ich bin nicht der Fachmann für Virenschutz und kann und will auch keine umfassenden entsprechenden Ratschläge geben. Dafür gibt es Kompetentere, und das Internet ist voll von einschlägigen Seiten. Hier nur einige wenige Tipps, was meines Erachtens unbedingt zu einem leistungsfähigen Virenschutz gehört:

  1. Eine Firewall, welche Angriffe von außen zu einem Großteil abblockt.

  2. Ein Antivirenprogramm, mit dem man die Festplatte regelmäßig auf Viren scannt.

  3. Ein aktiver Virenwächter (meist Bestandteil von 2), der die Vorgänge im PC auf Viren prüft.

  4. Ein aktiver Mailwächter (meist Bestandteil von 2), der eingehende Mails auf Viren prüft.

  5. Regelmäßige, möglichst tägliche (automatische) Updates des Antivirenprogramms, damit die allerneuesten Viren erkannt werden.

  6. Regelmäßige, möglichst automatische Updates des Betriebssystems und der Anwendersoftware.

  7. Die Aktualität der eingesetzten Programme regelmäßig mit einem Tool wie Secunia PSI prüfen und ggf. herstellen.

  8. Wem seine Daten wichtig sind, der sollte auch regelmäßige Datensicherungen durchführen.

Nachdem die genannten Maßnahmen einzeln keinen absoluten Schutz bieten, müssen sie kombiniert werden – und selbst dann ist man nur weitgehend, aber nicht hundertprozentig sicher vor Viren.

Wer seinen PC nicht wie beschrieben geschützt hat oder nicht sicher ist, sollte sich dringend von seinem PC-Betreuer beraten lassen. Sich und allen, mit denen er per Internet Kontakt hat, zuliebe.

Empfehlungen

Es gibt inzwischen wohl unzählige Antivirenprogramme (sogar welche aus dubiosen Quellen, die nicht vor Viren schützen, sondern solche enthalten). Statt einem bestimmten davon empfehle ich Ihnen, die Internetseite BSI für Bürger gründlich durchzusehen. Hier gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zahlreiche Tipps für mehr PC-Sicherheit. Sich damit zu befassen, ist etwas lästig und kostet Zeit, ist aber eine gute (kostenlose) Investition. Eine gute Idee ist es auch, einen der Bürger-CERT-Newsletter zu abonnieren. Dem Newsletter "Sicher • Informiert" habe ich selbst schon zahlreiche wertvolle Tipps entnommen.

Danke für Ihre Sicherheitsmaßnahmen!

Bitte missverstehen Sie diese Seite und damit mich nicht. Sie ist kein Tribunal gegenüber bisher etwas zu Sorglosen, wohl aber ein dringender Appell, im eigenen Interesse und demjenigen anderer die Virensicherheit Ihres PCs zu prüfen und ggf. zu optimieren. Danke!

Anselm Rapp

P. S. Ich verwende bewusst den geläufigen Begriff Virus, obwohl diese genau genommen nur einen Teil der Computerschädlinge bilden.

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